Wie oft sollte man eine Solaranlage reinigen?
Wie oft eine Solaranlage auf dem Wohnhaus gereinigt werden muss, woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen und wann Regen allein genügt.
Wie oft sollten Sie Ihre Solaranlage reinigen lassen? Darüber sind sich nicht einmal die Fachleute einig. Eine Auswertung im Auftrag eines Reinigungsunternehmens empfiehlt ein bis drei Reinigungen pro Jahr. Der ADAC hält bei den meisten Anlagen auf Schrägdächern eine Reinigung alle paar Jahre für ausreichend.
Beide haben recht, nur für verschiedene Dächer. Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern Ihre Anlage: ihre Neigung, ihre Umgebung und das, was nach einem kräftigen Regen auf den Modulen liegen bleibt.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie viel Ertrag Verschmutzung wirklich kostet, wann der Regen reicht, woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen und wie oft eine Reinigung an Ihrem Standort sinnvoll ist. Was eine Reinigung kostet, steht im Beitrag Was kostet eine Photovoltaik-Reinigung?
Wie viel Ertrag kostet Verschmutzung wirklich?
Im Durchschnitt kostet Verschmutzung in Deutschland 2 bis 4 Prozent des Jahresertrags. In ungünstigen Lagen wurden über 10 Prozent gemessen, auf einem steilen Dach im Wohngebiet ist es oft deutlich weniger.
Die Zahl von 3 bis 4 Prozent stammt aus einer Auswertung internationaler Studien, unter anderem des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Erstellt wurde sie im Auftrag der PViQ GmbH, eines Unternehmens für PV-Reinigung, veröffentlicht hat sie der Bundesverband Solarwirtschaft. Das ist kein Grund, die Zahl zu verwerfen. Es ist aber ein Grund, die Empfehlung am Ende genau zu lesen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das kein solches Interesse hat, rechnet für Deutschland mit durchschnittlich etwa 2 Prozent.
Der ADAC nennt auf seiner Ratgeberseite sogar 10 bis 20 Prozent Ertragseinbuße. Diese Spanne beschreibt stark verschmutzte Anlagen, nicht den Normalfall. Für Ihre Entscheidung ist sie zu hoch angesetzt.
Was diese Prozente bei Ihrer Anlage in Euro bedeuten, rechnen Sie im PV-Verlustrechner nach. Sie tragen Anlagengröße und Strompreis ein, wählen das Bild, das Ihren Modulen am nächsten kommt, und sehen, ob sich eine Reinigung für Sie rechnet.
Wichtiger als jeder Durchschnitt ist die Streuung. Eine Anlage auf einem steilen Satteldach im Wohngebiet verliert kaum etwas. Eine flache Anlage neben einem Stall verliert ein Vielfaches davon. Der Mittelwert beschreibt keine einzige reale Anlage.
Wie Sie erreichbare Module selbst reinigen, womit und wo die Grenze liegt, steht im Beitrag Solaranlage selbst reinigen: Was geht gefahrlos und was nicht?
Welches Wasser auf die Module gehört, lesen Sie im Beitrag Welches Wasser gehört auf Solarmodule? Was bei der Reinigung die Garantie gefährdet, steht unter Kostet falsche Reinigung die Modulgarantie?
Lieber sicher vom Fachbetrieb?
Beschreiben Sie Ihre Anlage in wenigen Klicks. Ich leite Ihre Anfrage an einen persönlich ausgewählten Betrieb aus Ihrer Region weiter.
- Kostenlos
- Unverbindlich
- Ohne Registrierung
- Persönlich ausgewählt
Was sollten Sie jetzt tun?
Machen Sie einmal im Jahr die Sichtprüfung und den Vergleich im Monitoring. Reinigen lassen Sie nach Befund, nicht nach Kalender.
So gehen Sie vor
- Neigung und Umgebung Ihrer Anlage mit der Tabelle oben abgleichen
- Den Ertrag eines Monats mit dem Vorjahresmonat vergleichen
- Die Module nach einem kräftigen Regen vom Boden aus ansehen
- Zwei Fotos vom Dach machen, am besten mit dem unteren Modulrand
- Bei Vogelkot, Moos oder dauerhaftem Ertragsrückgang eine Anfrage stellen
So vermeiden Sie beides: eine Reinigung, die Sie nicht brauchen, und einen Schaden, der am Ende teurer wird als jede Reinigung.
Alle Beiträge zum Thema und den Ablauf einer Reinigung durch den Fachbetrieb finden Sie auf der Themenseite Solar- und Photovoltaikreinigung.
Weitere Fragen
Verliere ich die Garantie, wenn ich die Anlage nie reinige?
In der Regel nicht. REC schreibt zum Beispiel, dass Schmutz die Module selbst nicht schädigt, empfiehlt aber eine Reinigung, sobald Schmutz auf dem Glas sichtbar ist. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Herstellers.
Hilft eine Beschichtung gegen Schmutz?
Nur begrenzt. Auch schmutzabweisende Oberflächen bleiben nicht dauerhaft sauber, schreibt REC. Für nachträglich aufgesprühte Mittel übernimmt der Hersteller keine Gewährleistung.
Muss die Anlage für die Reinigung abgeschaltet werden?
Wer selbst reinigt, sollte die Anlage vorher abschalten, rät der ADAC. Beschädigte Module können bei Nässe gefährliche Ströme führen. Prüfen Sie die Module deshalb vorher auf Risse und lose Anschlüsse.
Kann man Solarmodule im Winter reinigen?
Bei Frost nicht, weil das Wasser auf dem Glas gefriert. Schnee rutscht von geneigten Modulen meist von selbst ab. Kratzen Sie ihn nicht mit harten Werkzeugen herunter.
Lohnt sich ein Reinigungsroboter für ein Hausdach?
Selten. Roboter und große rotierende Bürsten sind für große Flächen gebaut, etwa Hallendächer und Freiflächenanlagen. Auf einem Einfamilienhaus arbeitet ein Betrieb mit Teleskopstange und weicher Bürste schneller und günstiger.
