Solaranlage selbst reinigen: Was geht gefahrlos und was nicht?
Wo Sie Ihre Solarmodule gefahrlos selbst reinigen können, womit, Schritt für Schritt, und wann der Fachbetrieb die bessere Wahl ist.
Wer seine Solaranlage selbst reinigen will, findet im Internet Anleitungen, die sich widersprechen. Die eine empfiehlt Glasreiniger, die andere nur Wasser. Ein Ratgeber beschreibt, wie man mit Gurt und Seil aufs Dach steigt, der ADAC rät Laien genau davon ab.
Die wichtigere Frage ist deshalb nicht, womit Sie reinigen, sondern wo Ihre Module liegen. Ein Balkonkraftwerk ist mit Bürste und Wasser schnell sauber. Auf dem Steildach riskieren Sie dagegen einen Sturz und Risse in den Modulen, und beides kostet mehr als jede Reinigung.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wo Sie gefahrlos selbst reinigen können, womit, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, welche Fehler die Module beschädigen und wann ein Fachbetrieb die bessere Wahl ist.
Darf ich meine Solaranlage selbst reinigen?
Ja. Die Garantie gefährdet nicht das Selbstreinigen, sondern die falsche Methode: Hersteller schließen Schäden durch Hochdruck, Dampf und scheuernde Werkzeuge aus.
Die Modulhersteller regeln in ihren Bedingungen nicht, wer reinigt, sondern wie. Kratzer und Schäden durch unsachgemäße Reinigung sind von der Garantie ausgenommen. Was die Hersteller im Einzelnen verlangen, steht im Beitrag Kostet falsche Reinigung die Modulgarantie?
Ob eine Reinigung überhaupt nötig ist, sehen Sie am Ertrag und am Schmutz auf dem Glas. Woran Sie das erkennen, erkläre ich im Beitrag Wie oft sollte man eine Solaranlage reinigen?
Fachbetrieb in Ihrer Nähe finden
Für Ihre Photovoltaik-Reinigung: Ich leite Ihre Anfrage an einen persönlich ausgewählten Betrieb aus Ihrer Region weiter.
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Wo können Sie gefahrlos selbst reinigen?
Überall dort, wo Sie die Module ohne Leiter vom Boden oder vom Balkon erreichen. Sobald Sie aufs Dach steigen müssten, ist ein Fachbetrieb die sichere Wahl.
Meine Faustregel aus der Praxis: Selbst reinigen lohnt sich nur, wenn Sie gut hinkommen, ohne Leiter und ohne Gefahr. Der ADAC sieht es ähnlich. Auf dem Dach sei die Reinigung ohne Schulung, Sicherung und Schwindelfreiheit gefährlich, bei Balkonkraftwerken und Anlagen am Boden für Laien dagegen unproblematisch.
- Balkonkraftwerk am Geländer Eignung: Gut
- Vom Balkon aus erreichbar, ohne Leiter.
- Module im Garten oder unten an der Fassade Eignung: Gut
- Vom Boden aus mit Bürste und Schlauch.
- Carport oder Gartenhaus Eignung: Mittel
- Mit Teleskopstange vom Boden aus. Nicht auf das Dach oder die Module steigen.
- Flachdach oder Bungalow Eignung: Gering
- Ungesicherte Dachkanten, und die Fläche ist oft nicht zum Begehen gedacht.
- Steildach am Wohnhaus Eignung: Nicht geeignet
- Ohne Absturzsicherung lebensgefährlich. Module dürfen nicht betreten werden.
Für gewerbliche Arbeiten verlangt die BG BAU, die gesetzliche Unfallversicherung der Bauwirtschaft, bei Wartung und Reinigung von Solaranlagen einen sicheren Zugang und eine Sicherung gegen Absturz und Durchsturz. Für Privatleute gilt diese Vorschrift nicht, gefährlich ist das Dach aber für jeden gleich. Anleitungen, die Hausbesitzern das Reinigen mit Gurt und Seil auf dem Dach beschreiben, halte ich deshalb für falsch.
Ihre Anlage liegt auf dem Dach?
Dann reinigen Sie sie besser nicht selbst. Ich leite Ihre Anfrage an einen persönlich ausgewählten Betrieb aus Ihrer Region weiter. Kostenlos und unverbindlich.
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Womit reinigen Sie Solarmodule richtig?
Mit einer weichen Handbürste und klarem Wasser. Reinigungsmittel brauchen Sie bei einer privaten Anlage nicht.
Hier gehen die Empfehlungen auseinander. Der ADAC hält sanfte Haushalts- oder Glasreiniger für geeignet. Der Modulhersteller REC sieht ein mildes Spülmittel nur für Flecken vor, die nach dem Waschen noch bleiben, und verbietet saure und alkalische Reiniger. Ich halte von Reinigungsmitteln auf Solarmodulen nichts. Bei Staub, Pollen und Blättern sind sie nicht nötig, und was Sie nicht auftragen, müssen Sie auch nicht wieder abspülen.
Ideal ist Reinwasser, also entionisiertes Wasser ohne Kalk. Für eine kleine Anlage am Haus sollten Sie aber die Kirche im Dorf lassen: Leitungswasser reicht. Auch REC nennt es als Alternative. Lassen Sie es nur nicht in der Sonne antrocknen, sonst bleiben bei hartem Wasser Kalkränder. Mehr dazu im Beitrag Welches Wasser gehört auf Solarmodule?
Rotierende Bürsten, wie sie Fachbetriebe einsetzen, lohnen sich für Privatleute nicht. Dafür sind sie zu teuer. Eine weiche Handbürste an der Teleskopstange erledigt dieselbe Arbeit, nur langsamer.
Das brauchen Sie
- Weiche Handbürste ohne harte Borsten, gern mit Wasserdurchlauf
- Teleskopstange, wenn die Module nicht in Armhöhe liegen
- Gartenschlauch mit normalem Hausdruck oder eine Gießkanne
- Leitungswasser, bei sehr hartem Wasser besser Regenwasser
Wie gehen Sie Schritt für Schritt vor?
Reinigen Sie früh am Morgen oder an einem bewölkten Tag, wenn die Module kühl sind: abspülen, ohne Druck bürsten, klar nachspülen.
- Anlage prüfen: Sehen Sie am Wechselrichter oder in der App nach, ob eine Fehlermeldung angezeigt wird. Sind Module oder Kabel sichtbar beschädigt, reinigen Sie nicht, sondern rufen Ihren Installateur.
- Kühlen Zeitpunkt wählen: Früh am Morgen oder bei Bewölkung, nie bei Frost. REC lässt Module nur im kühlen Zustand reinigen, um einen Temperaturschock zu vermeiden. Im Betrieb können sie rund 20 Grad wärmer sein als die Luft.
- Abschalten: Schalten Sie die Anlage am Wechselrichter ab, wie es der ADAC empfiehlt.
- Groben Schmutz abspülen: Staub, Pollen und Blätter mit dem Schlauch ohne Druck abspülen.
- Ohne Druck bürsten: Mit der weichen Bürste von oben nach unten über das Glas führen, nicht drücken.
- Klar nachspülen: Gelösten Schmutz mit klarem Wasser abspülen, damit er sich nicht wieder absetzt.
Abschalten macht die Module nicht spannungsfrei. Solange Licht auf sie fällt, erzeugen sie Strom, darauf weist die BG BAU ausdrücklich hin. Fassen Sie deshalb keine Stecker, Kabel oder beschädigten Module an.
Mehr als Bürste und Wasser braucht es nicht. Was die Module dagegen beschädigt, zeigt der nächste Abschnitt.
Welche Fehler beschädigen die Module?
Hochdruckreiniger, Dampf, harte Bürsten und das Betreten der Module. Davon raten Hersteller und ADAC ausdrücklich ab.
Diese Fehler kosten mehr als eine Reinigung
Hochdruckreiniger: Der ADAC schreibt: auf keinen Fall. REC schließt Hochdruck in seinen Reinigungshinweisen aus, ein Gartenschlauch mit Hausdruck ist dagegen erlaubt.
Dampfreiniger: Ebenfalls ausgeschlossen, wer ihn verwendet, riskiert laut REC die Garantie.
Harte Bürsten, Metallschwämme, Klingen: Sie zerkratzen das Glas. Kratzer sind von der Garantie ausgenommen.
Auf die Module steigen, knien oder sich abstützen: Das kann Schäden verursachen, die man nicht sieht. REC verbietet es ebenso wie der ADAC.
Reinigen bei Frost: Das Wasser gefriert auf dem Glas. Nach meiner Erfahrung kann das die Module beschädigen, lassen Sie es bei Frost deshalb ganz.
Ehrlich gesagt kann ich Ihnen aus meiner Praxis keine Schadensfälle durch Eigenreinigung nennen. Die Liste beruht auf den Hinweisen von Herstellern und ADAC. Wer sich daran hält, macht mit Bürste und Wasser wenig falsch.
Wann ist der Fachbetrieb die bessere Wahl?
Wenn Sie nur über eine Leiter oder das Dach an die Module kommen, bei starkem, lange angesammeltem Schmutz und bei großen Anlagen.
| Selbst | Fachbetrieb | |
|---|---|---|
| Balkonkraftwerk, Module am Boden | Gut machbar mit Bürste und Wasser | Nicht nötig |
| Carport, Gartenhaus | Mit Teleskopstange vom Boden aus | Wenn Sie vom Boden nicht hinkommen |
| Steildach, Flachdach | Nur mit Absturzsicherung, nicht für Laien | Mit sicherem Zugang |
| Jahrelang nicht gereinigt | Mit Handbürste viel Arbeit | Mit Reinigungstechnik und Reinwasser |
| Große Anlage, Stall oder Halle | Zu viel Fläche für Handarbeit | In einem Termin erledigt |
Für ein Balkonkraftwerk oder Module am Carport brauchen Sie keinen Betrieb. Hier verdient das Portal nichts, und das ist richtig so. Für alles, was nur über Leiter oder Dach erreichbar ist, rate ich Ihnen dagegen klar zum Fachbetrieb. Mit welchen Preisen Sie rechnen müssen, steht im Beitrag Was kostet eine Photovoltaik-Reinigung?
Lieber sicher vom Fachbetrieb?
Beschreiben Sie Ihre Anlage in wenigen Klicks. Ich leite Ihre Anfrage an einen persönlich ausgewählten Betrieb aus Ihrer Region weiter.
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Was sollten Sie jetzt tun?
Prüfen Sie zuerst, wo Ihre Module liegen und wie Sie hinkommen. Ohne Leiter und ohne Gefahr reinigen Sie selbst, sonst lohnt sich die Anfrage.
So gehen Sie vor:
- Den Montageort Ihrer Module in der Tabelle oben einordnen.
- Den Ertrag der letzten Wochen in der App mit dem Vorjahr vergleichen.
- Erreichbare Module an einem kühlen, frostfreien Morgen mit weicher Bürste und Leitungswasser reinigen.
- Für Module auf dem Dach ein paar Fotos machen und eine Anfrage stellen.
Nach der ersten Reinigung sehen Sie am Ertrag, wie schnell die Module wieder verschmutzen. Daraus ergibt sich, wie oft sich die Arbeit für Ihre Anlage lohnt.
Muss ich Schnee von den Solarmodulen räumen?
Nein. Lassen Sie ihn liegen, auf geneigten Modulen rutscht er oft von selbst ab. Auch REC hält das Räumen nicht für nötig, weil im Winter ohnehin wenig Sonne auf die Module fällt. Mit Schiebern riskieren Sie Kratzer, auf dem Dach zusätzlich einen Sturz.
Reicht nicht der Regen, um die Module sauber zu halten?
Regen spült losen Staub ab, festsitzenden Schmutz aber oft nicht. Wie viel er schafft, hängt von Neigung und Lage ab. Mehr dazu im Beitrag Wie oft sollte man eine Solaranlage reinigen?
Woran sehe ich, ob die Reinigung etwas gebracht hat?
Vergleichen Sie den Ertrag an sonnigen Tagen vor und nach der Reinigung in der App oder am Wechselrichter. Steigt er kaum, war die Verschmutzung gering, und Sie können mit der nächsten Reinigung länger warten.
Kann ich Moos und Flechten selbst entfernen?
Mit Wasser und weicher Bürste meist nicht, und Kratzen oder Schaben beschädigt das Glas. Was hilft, steht im Beitrag Flechten auf Solarmodulen entfernen.
Darf ein Nachbar oder Bekannter für mich auf das Dach steigen?
Das Risiko bleibt dasselbe, nur trägt es dann ein anderer. Ohne Absturzsicherung rate ich auch dann ab. Ein Fachbetrieb bringt den sicheren Zugang mit.
