Sie reinigen selbst?

Welches Wasser gehört auf Solarmodule?

Was beim Trocknen auf dem Glas zurückbleibt, was die Hersteller erlauben und wann Leitungswasser völlig ausreicht.

Geschrieben von Genrich Trei Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit

Wer Solarmodule reinigen will, steht zuerst vor der Frage: welches Wasser? Die Antwort hängt nicht davon ab, ob das Wasser sauber aussieht. Entscheidend ist, was beim Trocknen auf dem Glas zurückbleibt.

Leitungswasser hinterlässt Kalk, und zwar umso mehr, je härter es ist. Entsalztes Wasser trocknet ohne Rückstände, deshalb arbeiten Fachbetriebe damit. Regenwasser ist weich, bringt aber Pollen und Schwebstoffe aus der Dachrinne mit.

In diesem Beitrag erkläre ich, was im Wasser steckt, welche Wasserart wofür taugt, wie Sie Ihre Wasserhärte herausfinden und was Ihr Modulhersteller vorschreibt. Die Reinigungshinweise des Herstellers gehen dabei immer vor.

Was bleibt vom Wasser auf dem Modul zurück?

Beim Trocknen verdunstet nur das Wasser. Kalk und Salze bleiben als weißer Schleier auf dem Glas, streuen das Licht und geben neuem Schmutz Halt.

Wasser ist keine reine Flüssigkeit, sondern eine Lösung. Es transportiert gelöste Stoffe, die Sie erst sehen, wenn das Wasser weg ist:

  • Calcium und Magnesium: Sie machen das Wasser hart und bilden den typischen Kalkrand.
  • Natrium und Silikate: Sie bleiben als feiner Film zurück, auch bei weichem Wasser.
  • Schwebstoffe: Pollen, Algen oder Sand, vor allem in gesammeltem Regenwasser.

Auf einem Solarmodul ist dieser Schleier mehr als ein Schönheitsfehler. Er streut das Licht, bevor es die Zelle erreicht, und auf Kalk haftet Staub besser als auf glattem Glas. Wer mit hartem Leitungswasser reinigt, kann nach einigen Monaten schlechter dastehen als vorher.

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Welches Wasser eignet sich für Solarmodule?

Am besten eignet sich entsalztes Wasser, weil es ohne Rückstände trocknet. Weiches Leitungswasser geht bei kleinen Flächen, wenn Sie sofort nachtrocknen. Regenwasser nur gefiltert.

Entsalztes Wasser (Osmose und Harzfilter) Eignung: Gut
Praktisch frei von Salzen, trocknet ohne Ränder und braucht kein Reinigungsmittel. Erzeugt wird es mit einer Aufbereitungsanlage, deshalb bringt es meist der Fachbetrieb mit.
Destilliertes Wasser aus dem Kanister Eignung: Gut
Gleiches Ergebnis, aber für ein ganzes Dach zu teuer und zu schwer zu schleppen. Gut für Balkonmodule und den letzten Spülgang.
Weiches Leitungswasser Eignung: Bedingt
Bei kleinen Flächen vertretbar, wenn Sie sofort mit einem Mikrofasertuch nachtrocknen.
Regenwasser aus der Zisterne Eignung: Bedingt
Kaum Salze, dafür Pollen, Algen und Sediment aus der Dachrinne. Nur gefiltert verwenden.
Mittelhartes oder hartes Leitungswasser Eignung: Ungeeignet
Hinterlässt einen Kalkschleier, der auf dem Glas bleibt.

Der ADAC empfiehlt für die eigene Reinigung aufgefangenes Regenwasser, weil Leitungswasser zu Kalkablagerungen und Schlieren führen kann. Das stimmt, solange das Regenwasser sauber ist. Wasser aus einer Zisterne, in die das Dach entwässert, würde ich vorher filtern.

Wie hart ist Ihr Wasser?

Unter 8,4 °dH gilt Wasser als weich, bis 14 °dH als mittel, darüber als hart. Den Wert nennt Ihr Wasserversorger, meist auf seiner Internetseite unter „Trinkwasseranalyse“.

Das ist die eine Zahl, die Sie kennen sollten, bevor Sie einen Eimer füllen. Sie kann sich über das Jahr ändern, vor allem dort, wo der Versorger Wasser aus mehreren Brunnen mischt.

HärtebereichWas das für die Reinigung heißtGrad deutscher Härte
weichLeitungswasser ist vertretbar, wenn Sie zügig nachtrocknenunter 8,4 °dH
mittelSchleier wahrscheinlich, letzter Spülgang mit destilliertem Wasser8,4 bis 14 °dH
hartSichtbare Ränder, entsalztes Wasser oder Fachbetriebüber 14 °dH
Härtebereiche und was sie für die Reinigung heißen

Die Härtebereiche legt § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes fest, dort in Millimol Calciumcarbonat je Liter: 1,5 und 2,5 mmol/l entsprechen 8,4 und 14 °dH. Die Härte erfasst nur Calcium und Magnesium. Betriebe messen deshalb die Leitfähigkeit, die alle gelösten Salze anzeigt.

Hartes Wasser und ein ganzes Dach?

Dann ist die Reinigung ein Fall für einen Betrieb mit Wasseraufbereitung. Ich leite Ihre Anfrage an einen persönlich ausgewählten Fachbetrieb aus Ihrer Region weiter. Kostenlos und unverbindlich.

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Was schreibt Ihr Modulhersteller vor?

Maßgeblich sind die Reinigungshinweise Ihres Herstellers, denn sie gehören zu den Garantiebedingungen. REC etwa empfiehlt entionisiertes Wasser und erlaubt ersatzweise Regen- oder Leitungswasser.

Laut der Reinigungsanleitung von REC soll idealerweise entionisiertes Wasser verwendet werden, also Wasser ohne gelöste Mineralien und Salze. Steht es nicht zur Verfügung, sind Regenwasser, Leitungswasser oder verdünnter Alkohol erlaubt. Das Wasser muss frei von Sand und Partikeln sein. Ein Gartenschlauch mit normalem Hausdruck ist zulässig, Hochdruck- und Dampfreiniger sind es nicht.

Reinigen Sie nur kühle Module

Heiße Module und kaltes Wasser vertragen sich nicht. REC schreibt vor, früh am Morgen zu reinigen, bevor die Module warm werden, und nur Wasser in Umgebungstemperatur zu verwenden. Sonst kann das Glas durch den Temperatursprung reißen.

Andere Hersteller formulieren ihre Hinweise anders, einen einheitlichen Standard gibt es nicht. Mir sind auch Aussagen begegnet, ein Hersteller lehne vollentsalztes Wasser ab. Belegen konnte ich das nicht. Deshalb gilt: Lesen Sie die Anleitung Ihres Herstellers. Sie liegt der Anlagendokumentation bei oder steht auf der Herstellerseite unter „Downloads“. Was sonst noch die Garantie gefährdet, steht unter Kostet falsche Reinigung die Modulgarantie?

Wie testen Sie Ihr Wasser an einem Modul?

Reinigen Sie ein einzelnes Modul und lassen Sie es von selbst trocknen. Bleiben im Streiflicht Ränder zurück, ist das Wasser für Ihre Anlage ungeeignet.

Sie müssen nichts glauben, Sie können es ausprobieren. Der Test dauert etwa zehn Minuten.

  1. Wählen Sie ein Modul am unteren Rand der Anlage, das Sie vom Boden oder von einer sicheren Stelle aus erreichen.
  2. Reinigen Sie es früh am Morgen mit dem Wasser, das Sie verwenden wollen, und einer weichen Bürste oder einem Schwamm.
  3. Nicht abziehen und nicht nachwischen, sondern zehn Minuten trocknen lassen.
  4. Sehen Sie im schrägen Licht nach Rändern und Schleiern.

Bleiben Ränder, haben Sie zwei Möglichkeiten: den letzten Spülgang mit destilliertem Wasser machen oder die Fläche einem Betrieb überlassen, der aufbereitetes Wasser mitbringt. Reinigen Sie nie die ganze Anlage mit einem Wasser, das schon auf einem Modul Ränder hinterlässt.

Woran erkennen Sie einen Betrieb, der mit Reinwasser arbeitet?

Fragen Sie nach dem Leitwert am Ausgang der Anlage. Ein Betrieb mit Wasseraufbereitung nennt Ihnen eine Zahl und sagt, wo er sie misst.

Drei Fragen an den Betrieb

  • Mit welchem Leitwert arbeiten Sie am Ausgang Ihrer Anlage?
  • Setzen Sie Reinigungsmittel ein? Bei entsalztem Wasser ist das meist unnötig.
  • Betreten Sie die Module? Die richtige Antwort ist Nein.

Wer die erste Frage nicht versteht, arbeitet mit Leitungswasser. Bei weichem Wasser kann das in Ordnung sein, dann sollte es aber auch so heißen. Die Antwort auf die dritte Frage sagt mehr über einen Betrieb als jede Referenzliste.

Lieber gleich vom Fachbetrieb?

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Wann reicht Leitungswasser völlig aus?

Bei weichem Wasser, wenigen Modulen und einer Fläche, die Sie sofort nachtrocknen können. Ein Balkonkraftwerk braucht keine Wasseraufbereitung.

Leitungswasser oder aufbereitetes Wasser?
Leitungswasser reichtAufbereitetes Wasser sinnvoll
Wasserhärteweich, unter 8,4 °dHmittel oder hart
FlächeBalkonkraftwerk, einzelne Moduleganzes Dach
Nachtrocknensofort mit Tuch möglichModule nicht erreichbar
Wer reinigtSie selbst, vom Boden ausFachbetrieb

Hier verdient das Portal nichts, aber Sie sparen Geld. Ein großer Teil dessen, was als „Spezialwasser“ verkauft wird, ist entsalztes Leitungswasser. Der Aufwand lohnt sich erst ab einer Fläche, die Sie nicht mehr in wenigen Minuten nachtrocknen können. Ob sich eine Reinigung bei Ihrer Anlage überhaupt lohnt, rechnen Sie im PV-Verlustrechner nach. Wann der richtige Zeitpunkt ist, steht im Beitrag Wie oft sollte man eine Solaranlage reinigen?

Was sollten Sie jetzt tun?

Sehen Sie in die Reinigungsanleitung Ihres Herstellers und in die Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers. Mit diesen zwei Angaben wissen Sie, ob Sie selbst reinigen können.

Ist Ihr Wasser weich und die Anlage klein, reicht Leitungswasser mit Nachtrocknen. Ist es hart oder die Anlage groß, machen Sie den Test an einem Modul oder stellen gleich eine Anfrage. Und egal mit welchem Wasser: kein Hochdruck, kein Betreten der Module, nur kühles Glas.

Alle Beiträge zum Thema und den Ablauf einer Reinigung durch den Fachbetrieb finden Sie auf der Themenseite Solar- und Photovoltaikreinigung.

Was eine Reinigung durch den Fachbetrieb kostet und woran Sie ein faires Angebot erkennen, steht im Beitrag Was kostet eine Photovoltaik-Reinigung?

Weitere Fragen

Kann ich Osmosewasser selbst herstellen?

Ja, mit einer kleinen Umkehrosmose-Anlage und einem Harzfilter. Für eine Reinigung im Jahr lohnt sich die Anschaffung selten, weil Membran und Harz gepflegt und regelmäßig ersetzt werden müssen.

Schadet entsalztes Wasser dem Glas?

Nach der Anleitung von REC nicht, dort ist es die erste Wahl. In der Glas- und Solarreinigung ist entsalztes Wasser seit vielen Jahren üblich. Maßgeblich bleibt die Anleitung Ihres Herstellers.

Brauche ich zusätzlich ein Reinigungsmittel?

In der Regel nicht. Wenn doch, dann nur ein mildes, biologisch abbaubares Mittel. Scharfe, säurehaltige oder alkalische Reiniger können die Antireflexschicht angreifen.

Kann ich Brunnen- oder Poolwasser nehmen?

Besser nicht. Brunnenwasser ist oft hart und kann Eisen enthalten, das rostige Ränder hinterlässt. Poolwasser enthält Chlor und andere Zusätze, die nicht auf die Module gehören.

Was sagt der Leitwert in µS/cm?

Er zeigt, wie viele Salze im Wasser gelöst sind. Leitungswasser liegt meist bei einigen hundert Mikrosiemens pro Zentimeter, gut entsalztes Wasser nahe null.

Quellen und Grundlagen

  1. Quick guide to cleaning
    REC Group (Modulhersteller), englisch, Stand 06/2024
  2. § 9 WRMG: Angabe der Wasserhärtebereiche
    Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, Bundesministerium der Justiz
  3. PV-Anlage reinigen: Ertragseinbußen bei der Solaranlage vermeiden
    ADAC, Stand 07.07.2026

Genrich Trei

Autor · Techniker und Gründer · über 25 Jahre Reinigungstechnik

Ich arbeite seit über 25 Jahren mit professioneller Reinigungstechnik, in der Produktentwicklung, im Vertrieb und beim Kunden vor Ort. Jeden Beitrag schreibe und prüfe ich selbst, aus der Praxis und nicht aus dem Prospekt.

Neue Erkenntnisse und Preisänderungen arbeite ich laufend ein. Mehr über mich

Veröffentlicht am · zuletzt aktualisiert am

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